INSEKTEN - die heimliche Weltmacht
weibliche Blauflügel-Prachtlibelle an der Lamitz, Foto: Andreas Hofmann
Der Mensch fühlt sich oft als „die Krone der Schöpfung“ und viele Staaten streiten sich, wer nun mit seinen Armeen und Waffen als Weltmacht gelten darf. Nun, egal was der Mensch sich einbildet, es gibt eine heimliche Weltmacht, eine auf sechs Beinen, die uns zahlenmäßig weit überlegen ist. Insekten sind die artenreichste Tiergruppe auf der Erde. Man kennt bisher ca. eine Million verschiedene Arten, aber selbst das ist nur ein kleiner Teil. Allein in den tropischen Urwäldern könnten nach Berechnungen von Insektenforschern noch Millionen Insektenarten unerkannt leben. Man rechnet mit 15-30 Millionen Arten weltweit, die noch nicht entdeckt wurden. Zum Vergleich: von den Säugetieren, zu denen wissenschaftlich auch wir Menschen gehören, sind heute ca. 5.500 Arten auf der Welt bekannt.
Das Programm unserer Kinder- und Teeniegruppe dreht sich in diesem Jahr rund um die heimliche Weltmacht der Insekten. Hier kommst du direkt zu allen Terminen.
Egal ob Käfer, Ameisen, Libellen, Schmetterlinge, Bienen, Wanzen, Schnaken, Fliegen, Heuschrecken, Wespen, Silberfischchen, Läuse und wie sie alle heißen mögen – Insekten haben mit Ausnahme des offenen Meeres so gut wie alle Lebensräume dieser Erde erobert. Sogar in so lebensfeindlichen Regionen wie der Antarktis trifft man sie. Hier lebt z.B. die Zuckmückenart „Belgica antarctica „.
Älter als die Saurier

Auch in der Entstehungsgeschichte haben die Insekten uns einiges voraus. Die ersten Insekten entwickelten sich vor ca. 400 Millionen Jahren im Zeitalter des Devon. Das heißt, als die ersten Dinosaurier im Trias-Zeitalter vor über 200 Millionen Jahren auf den Plan traten, um dann für ca. 185 Millionen Jahre die Welt zu beherrschen, da waren sie eigentlich schon zu spät dran – eine andere heimliche Weltmacht war schon längst da – und ist es immer noch – lange nachdem die Dinosaurier ausgestorben sind.
Die "Sechsbeinler" und ihre Verwandtschaft
Besonders Menschen, die Angst vor Insekten haben (sowas nennt man eine "Insektenphobie") scheren alle kleinen Krabbeltiere über einen Kamm. Doch nicht alles, was mehr als 4 Beine besitzt, ist auch ein Insekt.
Die übergeordnete Gruppe, zu der alle diese Tiere gehören nennt man "Gliederfüßer" oder auch "Gliedertiere". Ungefähr 80% aller heute bekannten Tierarten gehören zu dieser Gruppe - ganz schön beeindruckend. Die Wirbeltiere, zu denen auch wir Menschen gehören, schaffen da gerade mal etwas über 4%.
Dieser Gliederfüßer-Stamm also, kann dann in folgende Gruppen aufgeteilt werden:

INSEKTEN
Gemeinsame Merkmale:
- Körper 3-fach gegliedert
in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen)
- 6 Beine
- Fühler
- Flügel
(nicht bei allen, aber wenn,
dann nur bei Insekten)
- 2 Facettenaugen
Hierzu gehören z.B.:
Käfer, Heuschrecken, Libellen, Bienen, Fliegen, Gottesanbeterinnen, Wespen, Silberfischchen, Ohrwürmer, Termiten, Ameisen usw.

SPINNENTIERE
Gemeinsame Merkmale:
- Körper 2-fach gegliedert
in Kopf-Brust Abschnitt und Hinterleib oder ungegliedert
- 8 Beine
- Punktaugen
- keine Fühler
- Kieferzangen (Cheliceren)
Hierzu gehören z.B.:
echte Spinnen, Weberknechte, Geißelspinnen, Skorpione, Zecken, Milben usw.

KREBSTIERE
Gemeinsame Merkmale:
- Körper meist 2-fach gegliedert
in Kopf-Brust Abschnitt und Hinterleib
(oft aus vielen Segmenten)
- 2 Antennenpaare
- 10 oder mehr Beine
- bei manchen Arten mit Scheren
- Mit einigen Ausnahmen leben die meisten Arten im Wasser.
Hierzu gehören z.B.:
Flusskrebse, Garnelen, Hummer, Asseln, Krabben, Einsiedlerkrebse, Bachflohkrebse, Wasserflöhe, Hüpferlinge, Seepocken usw.

TAUSENDFÜSSER
Gemeinsame Merkmale:
- Körper aus vielen gleichen Segmenten
- Pro Körpersegment entweder 1 Beinpaar (sog. Hundertfüßer)
oder 2 Beinpaare (sog. Tausendfüßer)
- 1 Paar Antennen am Kopf
Hierzu gehören z.B.:
Saftkugler, Schnurfüßer, Skolopender usw.